Der Offene Brief "Berliner Ermutigung" ist eine Initiative katholischer Laien im Erzbistum Berlin, die in den aktuellen Debatten ihre Stimme für die Einheit der Kirche und die Kontinuität ihrer Lehre erheben wollen. Dieses Vorhaben fand in kürzester Zeit einen Kreis von Unterzeichnern. Der Offene Brief wurde dem Erzbischof von Berlin Dr. Heiner Koch zum Hochfest der Geburt des Heiligen Johannes des Täufers 2019 und zwei Tage später allen Priestern des Erzbistums zugesandt.

In wenigen Wochen haben wir weit mehr als 500 zustimmende Zuschriften zum Offenen Brief erhalten und Ermutigung zum Gebet.  Herzlichen Dank dafür! 

Sie können das Anliegen durch Ihre Unterschrift unterstützen und durch Ihr Gebet.

Beten wir gemeinsam viel für unsere Bischöfe und Priester.

Offener brief

Berlin, am Hochfest der Geburt des Heiligen Johannes des Täufers 2019

Hochwürdigster, lieber Herr Erzbischof, verehrte Priester im Erzbistum Berlin,

in der schwierigen gegenwärtigen Lage sehen wir uns als gläubige katholische Laien gedrängt, Ihnen unsere Unterstützung zuzusagen. Im persönlichen Umfeld und in unseren Pfarrgemeinden stellen wir eine Verunsicherung über den Kurs der Kirche fest, die sich zunehmend lähmend auswirkt. Mit diesem Offenen Brief möchten wir ein Zeichen der Ermutigung setzen.

Wir bekunden mit aller Klarheit:
Vieles, was bislang, auch von Vertretern der Kirche, zur Missbrauchskrise geäußert wurde, überzeugt uns nicht und scheint uns oftmals sogar irreführend. Allzu offensichtlich dienen die derzeitig gebrauchten Schlagworte, bis hin zum „synodalen Weg“, dazu, ein weiteres Mal altbekannte Forderungen nach radikalen Änderungen der katholischen Lehre, Abschaffung des Zölibats und nach der Diakonen- und Priesterweihe für Frauen zu platzieren.

Wir sind jedoch überzeugt:
Die Ursache des Missbrauchs ist nicht der Zölibat, vielmehr ist der Missbrauch ein Verstoß gegen den Zölibat. Noch mehr als durch manche strukturelle Umstände wurde der Missbrauch dadurch begünstigt, dass seit langem Keuschheit und priesterliche Ehelosigkeit verächtlich als Auslaufmodell behandelt und nicht selten der Lächerlichkeit preisgegeben wurden.
Die Krise der Kirche wurde im Kern nicht durch sogenannte „männerdominierte klerikale Machtstrukturen” verursacht, sondern durch die immer klarer zutage tretenden Versuche, die Lehre der Kirche nach eigenem Gutdünken zu verändern.
Das wachsende Unverständnis, mit dem die Gesellschaft der Kirche begegnet, kann nicht durch eine Anpassung der Kirche an die Welt und an den Zeitgeist behoben werden. Die seit langer Zeit dominierende Kultur der schlechten Kompromisse und des „Nicht-Lehrens und Nicht-Ermahnens“ zeigt beklagenswerte Folgen.

Der Ernst der Lage bedrückt uns und viele Gläubige, denen die Kirche Heimat ist, die aber meist keine Ämter in kirchlichen Strukturen und in vorgeblich die Laien repräsentierenden Gremien und Verbänden innehaben. Wir glauben, dass es echten Aufbruch nur dort geben wird, wo Menschen den ganzen Glauben der Kirche annehmen und in Freude und Hingabe praktizieren; wo das Heil der Welt, unser Herr Jesus Christus, allen Menschen unverkürzt verkündet wird.

Deshalb bitten wir Sie:
Bekennen wir uns alle mutig zu einer wahren Erneuerung, die ihr Maß an der Lehre Jesu Christi und der Tradition der Kirche nimmt! Sprechen wir uns gegen den Missbrauch des Missbrauchs aus, mit dem eine andere Kirche geschaffen werden soll! Beschützen wir die Einheit der Weltkirche, die gerade in Berlin so offensichtlich präsent ist! Verstärken wir unsere Bemühungen um Katechese und Gebet für alle Menschen, damit wir der Lehre der Kirche folgen und die Schönheit des Katholischen Glaubens erkennen können – eines Glaubens, der sich nicht ängstlich der Welt anpasst, sondern der die Welt verwandeln kann.

Wenn Sie es wünschen, stehen wir Ihnen jederzeit gern für einen Austausch zur Verfügung. In Dankbarkeit für Ihren priesterlichen und bischöflichen Dienst und im Gebet verbunden